Der zunehmende Erfolg von Web Services und Prozessorientierung scheinen die Festung der Enterprise Application Integration (EAI)-Anbieter sturmreif geschossen zu haben. Dies ist zumindest die Meinung von Experten, die sich überzeugt geben, dass Message-Broker, Mapping-Tools und Adapter die bisherigen, komplexen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen überflüssig machen.
Als eigentlicher Angstgegner gilt den EAI-Anbietern gemeinhin
IBM. Aber auch
Oracle will hier mitmischen. Das ist kein Wunder, warten auf den Gewinner doch Milliardengeschäfte: Laut Analysen der Gartner Group setzen die 2000 weltweit grössten Unternehmen durchschnittlich 49 verschiedene Softwareapplikationen ein und wenden 24 Milliarden Dollar auf, damit diese miteinander kommunizieren können.
Um hier mittun zu können, setzt Oracle auf seinen Customer Data Hub, der alle anfallenden Daten aus den verschiedenen Anwendungen in einer zentralen Datenbank sammelt und in Echtzeit zur Verfügung stellt für den unternehmensweiten Blick auf sämtliche Kundeninformationen.
Drei Komponenten
Der Customer Data Hub arbeitet mit dem
Oracle Application Server 10g und bietet eine vorkonfigurierte Verbindung zwischen Data Hub und externen Systemen, einschliesslich Standard-Anwendungen und Legacy-Systemen für Datenzugriff und Prozessautomation. Dabei nutzt er im wesentlichen drei Komponenten:
Das Oracle Data Model, das der Oracle E-Business Suite zugrunde liegt, bildet als Meta-Datenformat die Basis. Das erweiterte Datenmodell unterstützt neu auch Nicht-Oracle-Anwendungen und gemischte Umgebungen.
Oracle Customers Online bildet das Fenster zum zentralen Kundendaten-Speicher. Die Software erlaubt Kunden- und Relationship-Management, sowie die Verwaltung der Quellsysteme. Kundendaten in Anwendungen anderer Hersteller können mit Oracle Customers Online konsolidiert, eingesehen und aktualisiert werden.
Oracle Data Librarian schliesslich stellt die Tools für die Konsolidierung und die Sicherung der Datenqualität zur Verfügung. Diese ermöglichen, die einheitliche, kopiergeschützte Kundendatenbank zu erstellen und zu pflegen.
Datenbank und
Application Server als Pfeiler
Der Data Hub unterscheidet sich von einem Data Warehouse dadurch, dass ein aktiver Echtzeit-Zugriff auf Kundendaten möglich ist, ohne dass diese zwischen dem Transaktionssystem und dem Data Warehouse übertragen werden müssen. Da er überdies auf einer offenen Informationsarchitektur aufgebaut ist, soll er sich auch zusammen mit Datenintegrationslösungen von anderen Anbietern implementieren lassen.
Oracle preist den Customer Data Hub als Standard-Lösung an, um auf sämtliche Informationen im Unternehmen in Echtzeit Zugriff zu haben, unabhängig davon, ob die
Oracle E-Business Suite, einzelne Komponenten davon oder Produkte von Drittanbietern zum Einsatz kommen. Dennoch bilden die Oracle Datenbank und der Oracle Application Server die entscheidenden Pfeiler, auf denen der Data Hub steht. Wie weit die Anwender gewillt sind, den Datenbankhersteller und seine Technologien auch für die Lösung ihrer Integrationsprobleme zu akzeptieren, bleibt abzuwarten. (fis)