Netzwerker müssen ihren Dienstleistungsanteil erhöhen. Dazu braucht es Know-how. Netzwerk- Know-how benötigte man schon immer. Zusätzlich braucht es heute Applikations-Know-how, und viele Netzwerker besitzen es auch schon.
In Zukunft aber wird vor allem Business-Know-how gefragt sein – obwohl ich in diesem Zusammenhang dem neudeutschen «Know-how» das schöne Wort «Nase» vorziehe. Mit VoIP, Security und vor allem wenn er das Zusammenspiel von Infrastruktur und Businessapplikationen optimiert, operiert der Netzwerker immer näher am offenen Herzen des Kunden.
Wer nun eine Nase für die Geschäfte des Kunden hat, vor allem eine Nase dafür, wie dieser sein Business besser oder billiger erledigen kann, wird Dankbarkeit (und Projekte) ernten. Wer dann dem Kunden noch Kostentransparenz bieten, ihm glaubhaft vorrechnen kann, wieviel ihn seine
IT-Infrastruktur wirklich kostet, ist schon auf halbem Wege zum Consulter.
Dabei kann man die hochgestochene Bezeichnung für sich selber ruhig vermeiden: Gerade der KMU-Kunde wird froh sein, wenn ihm der Weg zum «richtigen» Consulter erspart bleibt.
Die Schnüffelnase nützt aber wenig, wenn sie nur der Chef hat: Gefragt ist die Nase vor Ort. Lasst also Business-Nasen wachsen von der Chefetage über die Verkäufer bis zum Techniker.
Gespür braucht es aber auch für die Grenzen. Wie weit soll sich der Netzwerker zu den Applikationen hin bewegen, was soll er selber erledigen, was lieber Partnern überlassen?
Das Know-how kommt schliesslich nicht gratis. Wer nicht zu den Dienstleistungsriesen gehört, wird nicht alles selbst erledigen können. Reale Projekte werden aber immer öfter Netzwerkerei und Applikationsintegration gleichermassen erfordern. Hier sind Partnerschaften nötig, je enger, desto besser. Und Partner mögen fest abgesteckte Grenzen: Über den Hag fressen ist tabu.
Hans Jörg Maron
Redaktor