Schweizer Java-Pionier im Höhenflug

Esmertec konnte die Kabelnetz-Tochter von Time Warner als Kunden gewinnen.

Artikel erschienen in IT Reseller 2004/07

   

Der Dübendorfer Java-Spezialist Esmertec konnte mit Time Warner Cable einen bedeutenden Kunden an Land ziehen. Time Warner Cable bietet Produkte und Dienstleistungen für Video on Demand, HDTV, Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung, digitale Videorecorder und Wireless-Home-Vernetzung an.
Der Multi wird nun die Jbed Java Virtual Machine (JVM)-Lösung der Schweizer einsetzen. Esmertecs Lösung soll Time Warner Cable bei der Entwicklung seiner Open Cable Application Platform (OCAP) unterstützen. Die erste kommerziell verfügbare OCAP-Lösung mit der Esmertec Jbed-Lösung und Inhalten von Time Warner wurde letzten Dezember auf der Western Cable Show in Anaheim präsentiert.
Esmertecs «embedded»-System mit FastDAC (Dynamic Adaptive Compiler) ist für mobile Geräte mit begrenzter Speicherkapazität wie beispielsweise Handys oder PDAs ausgelegt. Die Lösung soll nun in Time Warners Settop-Boxen für das interaktive Fernsehen verwendet werden.
Jbed basiert auf der Java-Programmierumgebung von Sun. Im Unterschied zur Java Virtual Machine von Sun interpretiert Jbed die Programme nicht, sondern kompiliert sie. Die Verarbeitung erfolgt so rund zehnmal schneller. Esmertecs Speicherverwaltung arbeitet zudem im Hintergrund und ermöglicht, Jbed als Echtzeitsystem einzusetzen.
Updates lassen sich über das Internet in den Flash-Speicher laden und sofort kompilieren. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber Konkurrenzprodukten. Diese können zwar ebenfalls Maschinen-Code verarbeiten, doch der Compiler benötigt sehr viel mehr Speicherplatz. Die Umwandlung muss daher auf einem PC erfolgen. Jbed erledigt diesen Schritt selbst.
Esmertec wurde 1999 als Spin-off der ETH gegründet und ist neben der Schweiz in Grossbritannien, Frankreich, den USA, Singapur, China, Korea und Japan vertreten.
Das Unternehmen wurde seit 2001 in mehreren Finanzierungsrunden, unter anderem auch durch Sun, mit Risikokapital im zweistelligen Millionenbereich versorgt. Ende Februar dieses Jahres hatten die Dübendorfer mehr als 65 Millionen Lizenzen ihrer embedded Java-Lösung weltweit verkauft. Mit dem Time Warner-Vertrag und weiteren Vereinbarungen sollen es in den kommenden 18 Monaten laut eigenen Aussagen an die 170 Millionen werden. (sk)


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