«Chromability» – der japanische Druckerhersteller
Oki scheute keinen Aufwand, sich an seiner Frühlingsshow in Berlin ins rechte Licht zu rücken und erfand dafür sogar extra ein neues Wort. «Chromability» soll heissen, dass man den Kunden befähige, Kleinserien von farbigen Drucksachen selbst, günstiger und einfacher herzustellen.
Neben dem Kunstwort gab es in Berlin vor allem eines zu hören: Oki fokussiert ausschliesslich auf einen Markt: Seitendrucker für Firmen. Stolz verkündete Oki-Europachef Andrew Montgomery, man sei nun in Europa die Nummer 2 in diesem Markt, in Spanien sogar die Nummer eins.
Lücken im Sortiment gefüllt
Neben vielen mehr oder weniger gelungenen Werbespots gab es auch neue Printer zu sehen. Im Schwarzweiss-Segment gibt es den B4100 (399 Franken). Dieser GDI-Printer eignet sich wegen der kurzen Zeit (6,2 Sekunden), die er bis zur Ausgabe der ersten Seite benötigt, und seiner Geschwindigkeit (18 Seiten / Minute) vor allem für Arbeitsplätze mit Kundenkontakt wie etwa Hotelrezeptionen und ähnliches.
Ausserdem hat
Oki die grösseren SW-Printer aufgemotzt. Der B4250 (444 Franken) und der B4350 (598 Franken) haben einen schnelleren Prozessor bekommen und drucken nun 22 Seiten pro Minute. Ebenfalls leistungsfähiger wurden die grösseren SW-Printer der Serie 6000, die mit Netzwerkunterstützung, Duplexdruck und diversen Papierschächten zu haben sind.
Mit dem C3100 gibt es nun von Oki einen Einstiegs-Farbdrucker. Mit diesem günstigen Printer (1099 Franken) soll der Farbdruck am Einzelarbeitsplatz Einzug halten. Der C3100 schafft immerhin 12 Farb- und 20 SW-Seiten pro Minute.
Als Arbeitsgruppen-Printer werden die neuen C5200 und C5400 positioniert. Sie sind schneller als ihre Vorgänger (16 Farbseiten pro Minute, 24 SW) und in Netzwerk-fähigen Varianten zu haben. Der C5200 ist ein GDI-Printer während der C5400 die professionellen Druckersprachen PCL und Postscript versteht.
Alles selber machen
Oki verfolgt die Strategie, möglichst viel hilfreiche Software mitzuliefern, die die Kunden zum intensiven Gebrauch der Drucker verführen soll. So gibt es eine brauchbare Software zur schnellen und günstigen Herstellung von Visitenkarten und von Bannern bis zu 1,20 Metern Länge. Ausserdem wurden die Printertreiber mit einem «Ask-Oki»-Button versehen, die den User direkt zur richtigen Stelle in der Oki-Internet-Seite führt, wo es Anleitungen, FAQs und Treiber gibt. (hc)
«Das Geschäftsmodell der Copy-Shops wird sich ändern»
IT Reseller hat sich an der Oki-Show in Berlin mit Tony Lock (Bild), für Europa verantwortlicher Marketing-Manager für die Farbprodukte, unterhalten.
IT Reseller:
Oki propagiert stark die Inhouse-Herstellung von farbigen Drucksachen. Damit wollen Sie doch einfach den Toner-Absatz fördern, nicht?
Tony Lock: Klar sind wir an einem maximalen Druckvolumen interessiert. Doch es steckt mehr dahinter. KMU stehen in Konkurrenz zu sehr grossen Firmen. Sie müssen den kleinsten Vorteil nützen. Die sehr schnelle und günstige Produktion von farbigem Werbematerial ist ein solcher Vorteil. Wir wollen die Lücke zwischen dem Design von Drucksachen und dem Output in den Firmen schliessen. So wird zum Schluss jeder glücklich.
Ist damit die Existenz der Copy-Shops, die ja ebenfalls Ihre Kunden sind, nicht gefährdet?
Sicher wird sich das Geschäftsmodell der Copy-Shops verändern – jedes Geschäft verändert sich. Doch ich habe keine Angst um sie. Ab einem bestimmten Druckvolumen werden sie weiterhin gebraucht und man wird bei ihnen weiterhin sehr grosse Poster und Banner drucken. Ich denke, In-House-Druck und Copy-Shops werden ganz glücklich nebeneinander existieren können.
Beim Printing-Geschäft geht es heute immer mehr um Gesamtlösungen inklusive Document-Management. Von Oki hört man in dieser Richtung gar nichts.
Das Wort «Lösung» wird doch völlig überbewertet. Oki ist zwar eine globale Marke, hat aber einen starken lokalen Bezug. Das heisst, wir fördern spezifische Lösungen für spezifische Problemstellungen.
Alle unsere Printer unterstützen «Click-Charge» (Verrechnung des Druckvolumens an Kostenstellen) und wir bieten dem Channel Tools, um den Preis pro Seite richtig zu berechnen. Aber ich gebe zu, Oki ist neu in diesem Markt. Wir sind keine Kopierer-Firma und schauen deshalb den Markt gut an und beobachten vor allem, was unsere Partner in diesem Markt tun und welche Bedürfnisse sie haben.
(Interview: hc)